Endlich Gelegenheit, von meinem Treffen mit Tom Cruise zu berichten, von dem ich doch zu jedem neuen Film des Stars erzählen muss (das bin ich uns schließlich schuldig, Tom Cruise und mir). 1992 in Brea, Kalifornien, während eines Besuches bei Verwandten. Ich war 20 Jahre alt und zum Sneak-Preview eingeladen: Wir sahen "Far and Away" und mussten nach dem Film Formulare ausfüllen, die nach unserer Meinung fragten: "Empfanden Sie den Film als schnell, als spannend" usw. Ich war sehr gründlich, und als ich vom Papier aufsah, wartete das Personal nur noch auf mich. Ich ließ die letzten Felder blank und folgte meiner Begleiterin ins Foyer. Auch hier schon fast kein Mensch mehr, nur eine kleine Gruppe Menschen, die halsreckend und kichernd zu einer Tür schauten. Wir fragten, was sich dort verbürge und erfuhren, daß die Stars dort gesichtet worden wären. Kathrin und ich hatten weiter nichts vor und warteten mit, bis tatsächlich die Tür aufging und dezent gekleidete Kundschafter ausströmten. Vermutlich attestierten sie reine Luft über ihre Headsets, denn gleich darauf kam Regisseur Ron Howard (den ich natürlich nicht als solchen erkannte), Tom C. und seine Frau Nicole Kidman ins Foyer und wurden von uns (ich fand mich mitgerissen) umschwärmt und um Autogramme gebeten. Ich ließ mir instinktiv eins von Frau Kidman geben (habe ich aber nicht mehr), verweigerte dem Ehemann aber diese Geste der Vergötterung. Was ist denn das Besondere an Tom Cruise? Seine Frau gefiel mir, und während sie die Karte unterschrieb, durfte ich in ihrer Nähe sein; aber er war bloß ein paar Jahre älter als ich und scheffelte Millionen - was konnte er sonst noch, was ich nicht auch hätte schaffen können? Mit einem Spruch der Sorte, die Prominente das gemeine Volk hassen macht ("What good is the actor's autograph if I don't have the director's") ließ ich noch den Regisseur unterschreiben und wartete auf Kathrin. Tom Cruise war auch schon fertig. Um die Kidman hing immer noch eine Traube von Begeisterten, sie nahm sich mehr Zeit zum unterschreiben oder war einfach beliebter - wir (Tom und myself) waren jedenfalls bereit zum Aufbruch und warteten auf "unsere" Frauen. Tom Cruise ging mir nur bis zum Hals, aber er wippte auf den Zehen. Er trug einen Mantel. Wir standen so rum. Und sahen uns an. Und grinsten. Ganz kurz. Und dann waren alle anderen plötzlich fertig und wir fuhren mit der Rolltreppe in den kalifornischen Winter. Er stieg mit den anderen Wichtigen in eine Limousine, ich und Kathrin in meinen 500-Dollar-Gebrauchtwagen. Ich habe keinen Beweis für unser Treffen, weil ich mir ja kein Autogramm von ihm habe geben lassen und das von der Frau verschlampt habe, aber tatsächlich haben wir uns ganz gut verstanden. Und immer wieder gern schau ich mir neue Filme an von ihm. Wenn seine Frau auch mitspielt (sind die noch verheiratet?) - um so besser.